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17.04.2026

Vom Real-Labor zur gesundheitserprobten Praxis

„PollDi-App“ zeigt, wie Umwelt und Prävention zusammenwirken

 

Pressemitteilung
Bad Hindelang (dk).

2022 wurde in Bad Hindelang der Grundstein für ein bundesweit beachtetes Modellprojekt gelegt:

Mit 200.000 Euro Förderung des Freistaats Bayern entstand ein Real-Labor für Umweltmedizin – mit dem Ziel, messbar zu machen, wie eine intakte Umwelt und besonders reine und pollenarme Luft zur Gesundheitsvorsorge beitragen.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit steht Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, eine der international renommiertesten Umweltmedizinerinnen. Als Professorin an der Universität Augsburg und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit (EMIH) verbindet sie Forschung und Praxis. Gemeinsam mit Partnern vor Ort – insbesondere der KJF Alpenklinik Santa Maria unter medizinischer Leitung von Dr. Markus Koch – wird untersucht, wie Umweltfaktoren konkret die Gesundheit positiv beeinflussen.

Ein zentraler Baustein ist die speziell entwickelte „PollDi-App". Sie verknüpft Umwelt- und Gesundheitsdaten, erfasst Symptome und unterstützt Pollenallergiker mit individuellen Prognosen. Im Kern geht es um die Frage, wie eine intakte Umwelt messbar zur Gesundheitsvorsorge beitragen kann und welchen konkreten Nutzen dies für die Menschen hat. Einwohner und Gäste wurden aktiv in die Forschung eingebunden. Die ersten Ergebnisse wurden nun in der KJF Alpenklinik Santa Maria – Deutschlands einziger Hochgebirgsklinik für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen – vorgestellt. Eine interdisziplinäre Expertenrunde präsentierte dem Fraktionsvorsitzenden der CSU im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, fundierte Auswertungen. Diese zeigen deutlich das Potenzial des Ansatzes: Die Kombination aus digitaler Anwendung, gesunder Umwelt und präzisen Daten kann Prävention wirksam stärken.

„Die Medizin der Zukunft ist smart, vielfältig und gesund. Prävention ist eine Investition in die Zukunft", sagte Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann. Bad Hindelang sei der ideale Standort für das Real-Labor und könne nachhaltig als Modellregion und Leuchtturm für eine präventionsorientierte Gesundheitsstrategie weit über Bayern hinaus dienen. „Die Kombination aus sauberer Luft, intakter Natur und gezielter Forschung schafft ideale Voraussetzungen für wirksame Prävention - in Bad Hindelang wird die Umwelt selbst zum Gesundheitsfaktor", so Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann weiter.

„Dass Bad Hindelang als Uni-Augsburg-Forschungsstandort gewählt wurde, ist kein Zufall. An der KJF Alpenklinik Santa Maria befindet sich das öffentlich nutzbare Allergie Kompetenzzentrum und seit über 40 Jahren die längste Pollenmessreihe Deutschlands, Oberjoch gilt als besonders pollenarm. Gleichzeitig bestätigen Messungen dauerhaft sehr niedrige Schadstoffwerte", sagte Chefarzt und Klinikleiter Dr. Markus Koch.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Region zu den Orten mit der besten Luft weltweit. Ergänzt wird dies durch eine außergewöhnlich gesunde Umwelt, geprägt durch das „Ökomodell Hindelang" und eine Berglandwirtschaft ohne Herbizide, Pestizide und Kunstdünger.

Klaus Holetschek würdigte das Projekt ebenfalls: „Die Ansätze sind zukunftsweisend. Entscheidend ist jetzt, wie wir sie weiterentwickeln und nachhaltig finanzieren. Forschung muss bei den Menschen ankommen und einen konkreten Nutzen schaffen", sagte der langjährige bayerische Gesundheitsminister und sprach sich dafür aus, die medizinische Qualität und gesundheitliche Bedeutung von Kur- und Heilbädern stärker hervorzuheben.

Die wissenschaftliche Auswertung bestätigt den Ansatz: In einer kontrollierten, durch das Bayerische Gesundheitsministerium finanzierten Studie zeigte das Team um Projektleiterin Caroline Holzmann, dass die am EMIH entwickelte App die Lebensqualität von Allergikern verbessert. Dabei gilt: Je stärker die Symptome, desto größer ist die Einschränkung im Alltag. Voraussetzung für den Erfolg sind präzise Pollenprognosen auf Basis lokaler Echtzeitdaten. „Der tatsächliche klinische Nutzen digitaler Pollen-Apps war bislang unklar, da kontrollierte Studien fehlten. Genau an dieser Schnittstelle - zwischen digitalem Selbstmanagement, Umweltfaktoren und fehlender Evidenz - entstand die Idee für unser Projekt", sagte Caroline Holzmann.

Die Ergebnisse des Modellprojekts passen aktuelle gesundheitspolitische Debatten: Angesichts steigender Kosten im Gesundheitssystem fordern bayerische Heilbäder und Kurorte einen stärkeren Fokus auf Prävention. „Statt vorrangig über Kürzungen zu sprechen, muss es darum gehen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen", betonte jüngst der Präsident des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, Landrat Peter Berek. Prävention sei kein Zusatz, sondern „Teil der Lösung", um langfristig Milliardenkosten zu vermeiden und Lebensqualität zu sichern.

Mit 49 Heilbädern und Kurorten, 85 Luftkurorten und mehr als 200 Erholungsorten verfügt Bayern über ein großes Netz an Gesundheitsdestinationen. „Dieses Netzwerk steht für Qualität, Prävention und nachhaltige Entwicklung und ist zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit 23,3 Millionen Übernachtungen, 5,6 Millionen Gästeankünften sowie rund 100.000 Arbeitsplätzen im ländlichen Raum." Darauf verwies Vorstandsmitglied Maximilian Hillmeier, der Heilbäder-Verbandschef Peter Berek in Oberjoch vertrat.

Der Bad Hindelanger Tourismusdirektor weiter: „In Zeiten steigender Temperaturen, wachsender Umweltbelastungen, zunehmender Allergien und einer älter werdenden Bevölkerung brauchen wir Orte, an denen Menschen durchatmen, ihr seelisches Immunsystem stärken und ihre Gesundheit nachhaltig fördern können."

Eine zentrale Rolle spielt die KJF Alpenklinik Santa Maria, die insbesondere chronisch kranke Kinder und Jugendliche innerhalb der Rehabilitation, etwa bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, aber auch Hauterkrankungen, Nahrungsmittelallergien oder Adipositas behandelt. Chefarzt Dr. Markus Koch unterstrich die hohe medizinische Qualität: „Eine bundesweite Qualitätsmessung weist unsere Klinik konstant auf den Plätzen eins bis drei aus - darauf sind wir sehr stolz." Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten bestätigten den Eindruck: „Bis zu 80 Prozent der Familien geben direkt nach der Reha an, dass ihre Therapieziele erreicht wurden und die positiven Effekte oft noch Jahre nach der Behandlung wirken", so Dr. Markus Koch.

Eric Enders, 2. Bürgermeister der Marktgemeinde, hob die Stellung der KJF Alpenklinik Santa Maria ebenfalls hervor. „Die Klinik steht beispielhaft für das, was Bad Hindelang auszeichnet: die Verbindung von medizinischer Kompetenz und herausragender Umwelt- und Luftqualität am Standort Oberjoch. Die Alpenklinik ist somit ein zentraler Pfeiler unserer Gesundheitskompetenz."

 

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Von links: Dr. Markus Koch (Chefarzt der KJF Alpenklinik „Santa Maria"), Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Universität Augsburg, Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit, EMIH), Eric Enders (2. Bürgermeister Markt Bad Hindelang, in Vertretung von 1. Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel), Klaus Holetschek (Fraktionsvorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag), Tobias Keuschnig (Designierter 1. Bürgermeister Markt Bad Hindelang), Maximilian Hillmeier (Vorstandsmitglied Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.)

©Fotocredit: Bad Hindelang Tourismus / Wolfgang Kleiner

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